Einleitende Worte zu einem „langweiligen“ Geburtsbericht

Einleitende Worte zu einem „langweiligen“ Geburtsbericht

Ich überlege seit Tagen, ob ich noch einen Geburtsbericht schreiben soll. Es mag vielleicht komisch klingen, aber wenn ich an Talis Geburt zurück denke, dann scheint sie mir zu glatt, zu perfekt, irgendwie zu „langweilig“ um überhaupt aufgeschrieben zu werden. Es scheint mir, als habe ich vieles bereits sowieso vergessen…

Die Geburt meiner ersten Tochter Livi hingegen beschäftigte mich Wochen, nein sogar Monate, jeden Tag aufs neue. Ich musste viele Male erzählen, schreiben, bearbeiten, voller Erfurcht und erfüllt von Dankbarkeit. Bis heute hat diese erste Geburt einen langen Nachhall, immer in dem Bewusstsein, dass das Leben dieses kleinen Mädchens keine Selbstverständlichkeit ist. Dass sie uns nach schlimmen Komplikationen aus Gnade allein geschenkt worden war, ganz ohne unser zutun. Wir konnten damals nur vertrauen und empfangen.Tatsächlich hatte dieses kleine Wunder uns, einfach nur durch sein kommen, in seinen ersten Wochen schon näher an Gott gebracht als wir es gefühlt vorher je gewesen waren.

Talis Geburt war anders: Schnell, relativ schmerzarm, komplikationslos. Man könnte sagen perfekt. Traumhaft. Wie sehr hatte ich mir diese zweite, so heilsame Geburt gewünscht, wie oft darum gebangt, wie oft darum gebeten.
Mein Mann fasste es die Tage einmal so zusammen: „Diese zweite Geburt brauchte keine Wunder, keinen Gott. Und verrückter Weise liegt genau darin wiederum ihre Nähe zu ihm. Sie ist eine einzige Gebetserhörung.“

Ich überlege seit Tagen, ob ich noch einen Geburtsbericht schreiben soll. Es mag vielleicht komisch klingen, aber wenn ich an Talis Geburt zurück denke, dann scheint sie mir irgendwie zu „langweilig“ um überhaupt aufgeschrieben zu werden. Doch wisst ihr was, genau dafür bin ich unendlich dankbar! Genau so sollte sie sein! Genau in der so ersehnten „Langeweile“ verbirgt sich das Wunder, begegne ich Gott. Vielleicht sollte ich schreiben, um genau das nicht zu vergessen.

Kann man einen Blog führen, wenn man eigentlich vor der Konsequenz Angst hat, dass jeder einen lesen kann?

Kann man einen Blog führen, wenn man eigentlich vor der Konsequenz Angst hat, dass jeder einen lesen kann?

Oder: Warum ich keine Angst mehr haben möchte!

Ich habe mich in letzter Zeit oft gefragt, warum ich eigentlich schreibe – also öffentlich – und ob es nicht besser wäre das Ganze wieder einzustellen. Grund dafür war vor allem eine mich schon seit Monaten beschäftigende Frage, die eigentlich für mich bereits Thema vor dem Beginn dieses Blogs war. Ich denke, ich kann für mich gut abschätzen, was ich von mir im Internet sehen will und was nicht. Aber: In welcher Form darf meine Tochter Teil meines Social Media „Auftritts“ und Teil meines Blogs sein?

Hier geht es für mich nicht nur, um ihren Namen oder ihr Gesicht, das viele Blogger von ihren Kindern zwar geheim halten, sondern auch oder vor allem, um ihren Charakter, ihr Erleben, ihr Sein an sich, das was ihr Gesicht und ihren Namen eigentlich überhaupt erst angreifbar und verletzlich macht. Was gebe ich preis und was nicht?

In welcher Form darf meine Tochter Teil meines Social Media „Auftritts“ und Teil meines Blogs sein?

Ich folge vielen Blogs und Accounts auf Instagram, da weiß ich zwar nicht den Namen des Kindes und habe von klein P, Q und R auch bisher immer nur ein halbes Gesicht, ein Auge oder Ohr gesehen, aber kenne trotzdem sein/ ihr Lieblingsessen, weiß wann er oder sie abends ins Bett geht und welches Lied ihm oder ihr dabei gesungen wird. Diese Accounts geben sehr viel preis. Zu viel? Da lese ich ganz wunderbare Traditionen und witzige Kindersprüche, bin beruhigt, dass klein S auch noch nicht krabbelt und ich mir um unser Mädchen wohl keine Sorgen machen muss. Auf der anderen Seite aber werden auch Krankheiten, schrullige Angewohnheiten, Ängste und private Details bekannt gegeben, oft unter dem so beliebten Hashtag #fürmehrrealitätaufinstagram, in der Annahme, das Kind sei durch die Zensur des Namens und des Gesichts geschützt. Da werde ich dann manchmal etwas stutzig…

Ich glaube nicht, dass ein grundsätzliches Problem darin besteht, dass Kinder in den Sozialen Medien auftauchen. Dass Kinder ein Gesicht und einen Namen haben. Kinder sind Teil dieser Welt, und sollten überall einen viel stärkeren und geliebten Platz einnehmen, was sie in den aller meisten Bereichen, ganz abseits der digitalen Medien, leider schon oft nicht tun. Im Gegenteil: Kind zu sein und ein Kind zu haben drängt einen heutzutage meist eher ins Abseits. So stellt für mich die reine Zensur des Gesichts meiner Tochter keine Lösung des Problems dar. Sie ist Teil meines Lebens und das prägend in allen Bereichen im Moment. Ich denke sogar, dass das Zensieren ihres Gesichts mich sogar daran hindert weiter aktiv immer aufs Neue nachzufragen, warum und aus welchen Motiven ich über meine Tochter schreibe oder ein Bild von ihr poste. Denn eine Annahme, denke ich ist grundsätzlich problematisch: Zu meinen, man sei im Internet anonym, oder hätte seine Bilder und Worte unter Kontrolle, auch wenn man sie in einem privaten Account veröffentlicht.

Ich denke, wir sollten, statt unsere Kinder nur optisch zu zensieren grundlegender überdenken, was wir im Internet schreiben und zeigen. Natürlich ganz besonders alles was mit unseren Kindern zu tun hat, ihren Namen, ihr Gesicht, ihren Charakter, wie sie sich entwickeln, was sie fühlen, vielleicht einmal sagen und denken, aber auch darüber hinaus alles andere, was ich hier schreibe, fühle und denke – ganz öffentlich für euch alle lesbar.

Ich denke, wir sollten, statt unsere Kinder nur optisch zu zensieren grundlegender überdenken, was wir im Internet schreiben und zeigen.

Oft tendiere ich dazu vor Unbekanntem Angst zu haben und mich daher komplett davor zu verschließen. Lieber keinen Fehler machen. Fast täglich bin ich bisher kurz davor gewesen meinen Blog zu löschen, dem Internet den Rücken zuzukehren. Ja, das ist eine Option, die ich habe. Die Angst davor, hier Fehler zu machen, ist groß. Die Angst davor, nicht die Kontrolle zu haben. Kann man einen Blog schreiben, wenn man eigentlich vor der Konsequenz Angst hat, dass Jeder einen lesen kann? Ich denke, ja. Ich möchte keine Angst mehr haben. Ich möchte dort anfangen, wo ich die Kontrolle habe und das ist die Kontrolle über das, was ich schreibe. Ja, das Internet hat für uns alle eine große Unbekannte, die einem schnell Angst einjagen kann. Und dennoch: Ich möchte nicht aus Angst heraus handeln, sondern aus Achtsamkeit, Vorsicht und Entschlossenheit.

Ich möchte dort anfangen, wo ich die Kontrolle habe und das ist die Kontrolle über das, was ich schreibe.

Damit dies vielleicht besser gelingen kann habe ich mit meinem Mann daher folgende Vereinbarung getroffen, die mir helfen soll achtsam zu bleiben, was Entscheidung zu Veröffentlichungen, ganz besonders im Zusammenhang mit unserer Tochter, angeht.
Bei Bildern, die ästhetisch ansprechend sind und dazu beitragen Inhalte zu unterstützen, die ich gerne herüberbringen möchte, steht einer Veröffentlichung eigentlich erst mal nichts im Wege. Grundsätzlich möchte ich, wenn ich über meine Tochter erzähle, egal ob hier oder auf der Straße, eine liebevolle Haltung dabei einnehmen.
Zusätzlich frage ich mich zum Beispiel mittlerweile vor einem neuen Post immer: Warum willst du diesen jetzt veröffentlichen? Hin und wieder passiert es mir, dass ich mich dabei selbst entlarve, es um Likes oder Herzen für meine wunderhübsche Tochter und damit mein Ego geht und ich lösche diese, wenn ich es nicht bereits vorher gemerkt habe, einige Minuten nach der Veröffentlichung direkt. Ich habe hier mittlerweile ein sehr gutes Gefühl entwickelt und mein schlechtes Gewissen schlägt sofort Alarm, wenn ich hier nicht ganz im Reinen mit mir bin.
Daher: Ich denke es ist wichtig grundsätzlich feinfühlig zu belieben, bei jedem neuen Beitrag und sich nicht mit einer Entscheidung „Zensur von Gesicht und Namen“ zufrieden zu geben, und unter dieser so verlockend scheinenden Anonymität alles Preis zu geben.

Grundsätzlich möchte ich, wenn ich über meine Tochter erzähle, egal ob hier oder auf der Straße, eine liebevolle Haltung dabei einnehmen.

Warum ich eigentlich schreibe? Vielleicht ist dieser Text alleine in sich wiederum schon eine Antwort auf diese Frage. Ich versuche Worte zu finden, für Dinge, die mich beschäftigen, umtreiben, mein Leben prägen, um daraus zu lernen, reflektieren, neu zu begreifen und vielleicht regt es dann hier auch den ein oder anderen zum Denken an – das wäre schön, denn gemeinsam denken und sich darüber austauschen, ist schöner als alleine.
Lernen durch erleben, bedenken, beschreiben und beschwätzen – jetzt gerade mal öffentlich mit euch, morgen sieht das vielleicht schon wieder anders aus, denn wisst ihr was gut ist: Ich kann jeden Tag neu diese Entscheidung treffen, was ich mit euch teilen will und was nicht.

Warum ich eigentlich schreibe? Vielleicht ist dieser Text alleine in sich wiederum schon eine Antwort auf diese Frage.

Wir handhabt es ihr das mit Veröffentlichungen von euch selbst und euren Kindern im Internet? Und überhaupt: Warum schreibt ihr hier?

Ein Kleid für Mich – DIY

Ein Kleid für Mich – DIY

Ich nähe seit eineinhalb Jahren. Es war Liebe auf den ersten Blick. Meine Nähmaschine schenkte mir mein Mann zu meinem zweiundzwanzigsten Geburtstag nichts ahnend, dass diese nur ein paar Wochen später die ersten Strampler für unser, im folgenden Jahr schlüpfendes Sommerbaby fabrizieren würde.
Von den auf Weihnachtsmärkten inspirierten handmade Ständen, wie so oft nach dem Motto: „Das kann ich auch selber“, brachte ich mir das Nähen, nach einer Grundlageneinführung meiner großen Schwester, von Kleidungsstück zu Kleidungsstück, von Größe 50 aufwärts wachsend, Schritt für Schritt, selber bei.

Es brauchte lange – um genau zu sein bis vor einem Monat – bis ich mich traute, das erste Mal nicht nur Kindersachen für unsere Livi, sondern ein Kleidungsstück für mich selbst zu nähen. Es entstand ein senfgelber Pullover, der mir bis heute, wenn ich ihn anziehe ein wohlig, warmes Gefühl im Bauch macht, obwohl er lange nicht perfekt ist. Und doch: Der erste Schritt in eine neue Ära des Nähens war gemacht.

So kam es, dass am Dienstag dieser Woche als mein Mann gegen halb sechs am Abend von der Arbeit nach Hause kommend, das Haus betrat, seine Tochter überreicht bekam mit den Worten: „Hier, halt Mal kurz, ich näh mir jetzt ein Kleid!“

Bereits am Wochenende zuvor hatte ich über eine Nähgruppe in einem sozialen Netzwerk nach Inspirationen für einen Schnitt gesucht und dort doch tatsächlich, den passenden Tipp für mein perfektes Schnittmuster bekommen. Es sollte ja schließlich nicht irgendein Kleid werden, sondern eines, das zu mir und vor allem meiner Figur passte.

Die „Mira“ von pattydoo erfüllte in jeder Hinsicht alle meine Kriterien. Durch die Wiener Nähte hatte sie ein figurbetontes Oberkleid, das von der Taille abwärts in einen schönen, weiteren Rock, mit ein paar schlichten Falten floss. Für die dreiviertel Ärmel entschied ich mich aus weiteren drei Ärmelvarianten.
Und da lag es nun ausgedruckt, in über 50 einzelnen DinA4 Seiten zerlegt, bereit geklebt, zugeschnitten und genäht zu werden.

Mein Mann, wenig überrascht, empfing seine Tochter mit offenen Armen und beschloss, meiner näheifernden Tunnelfokussierung zur Freude, sich um das Abendessen zu kümmern, worauf mir nur kurze Zeit später, unter Papierbergen des Schnittmusters vergraben, ein Döner angereichert wurde – hast du gut gekocht, Erik. 😉

Schnittmuster zuschneiden ist eine Plage und kostet mich beim ganzen Prozess des Nähens, vom Anfang bis zur Fertigstellung eines Kleidungsstücks, wohl mehr als die Hälfte der gesamten Zeit. Auch das Zuschneiden des Stoffes gehört für mich wohl eher zu den zweckmäßigen, als wirklich erfreulichen Tätigkeiten, in diesem. Und doch hatte dieser Stoff, den ich hier für mein neues Kleid zerschnitt eine etwas andere Geschichte als sonst.

Normalerweise kaufe ich meine Stoffe auf dem Stoffmarkt, im örtlichen Stoffladen oder bei meinem Onlineshop des Vertrauens. Dieser Wollstoff hatte jedoch erst auf Umwegen bis zu mir gefunden. Über zwei Hände und Nähfantasien hinweg, vermutlich bereits mehrfach als Projekt geplant und dann wieder verworfen, geduldig wartend auf seine eigentliche Bestimmung, mein Kleid. Tendenziell denke ich, dass ich ihn in einem Laden weder von seiner Optik, noch von seiner Beschaffenheit her, mitgenommen hätte und doch ist er ausgerechnet bei mir gelandet.
Sein handgeschriebenes Preisschild, das seinen Wert noch in D-Mark kund tut, lässt nur Bruchstücke seiner Geschichte erahnen. Nach der Wohnungsauflösung seiner Besitzerin und deren Umzug in ein Altersheim, landete er im Keller, der Nachbarin meiner Schwiegereltern, die uns nach einem Pläuschchen am Gartenzaun in ihrem Keller zwischen aufgereihten Kisten, befüllt mit  hunderten Metern anderer Stoffe, zusammen führte. Wir ahnten beide nicht, dass uns gemeinsam schon bald dieses wundervolle Projekt bevor stand.

Und knappe vier Stunden, ein Döner, zwei Tassen Tee und zum Glück nur einmaligem Baby wieder in den Schlaf schaukeln später, gegen 22 Uhr, war es dann so weit: Ich durfte mein fertiges Kleid in den Händen halten.

Wie sehr war ich überrascht von dem Ergebnis und bin ich heute noch. Dass mir die zufällige Stoffauswahl – es war nun Mal kein anderer da – so gefallen und dazu auch noch haargenau passen würde, das hatte ich so nicht erwarte. Daher freue ich mich nun um so mehr und bin gewiss einen neuen Lieblingsschnitt gefunden zu haben, der bestimmt noch Raum für weitere Frühlings- und Sommerkleider bietet.

Ein lieber Dank geht an meine lieben Schwestern, die mir bei einem kleinen Spaziergangs-Shooting diese schönen Bilder gemacht haben. 🙂

Aus seinem Arm

Aus seinem Arm

Als ich heute vor acht Monaten in den Wehen lag – nein besser, stand, lief und kreiste – hörte ich immer wieder die gleiche Abfolge eines Vorgangs durch die Wände aus den anliegenden Räumen in unser Zimmer schallen. Erst der Schrei einer Frau und nur einige Sekunden danach der eines Babys. Diese genaue Abfolge wiederholte sich vier, fünf, sechs Mal in den vielen Stunden, die wir in unserem Vorbereitungsraum verbrachten. Es war wie eine sehr eigene Melodie in meinen Ohren, die mir jedes Mal aufs neue ein Lächeln, in das ansonsten so angespannte Gesicht zauberte, und wie ein Bote in die nicht enden wollenden Wellen des Schmerzes hinein verkündete: „Auch du wirst früher oder später diesen Moment erleben. Der Moment, an dem es vollbracht ist.“ Es würde schlimm werden, ja, vermutlich würde ich vor Schmerz schreien, aber das war nicht das Ende der Melodie, nein, dann kamen ihre Töne, da war ich gewiss. Und es machte mir in diesem Moment Mut und Hoffnung.

Und wirklich, so war es. Sie kamen, ihre Töne, jedoch ganz anders als ich sie erwartet hatte. Mein Schrei, der so brav dem irdischen Geburts-Protokoll gefolgt war, wurde nicht erwidert von Lauten des Schmerzes, von der Stimme eines verängstigten, verloren kleinen Wesens, in dieser so fremden, neuen Welt. Nein, in ihrem klaren Blick, so friedlich, ruhig, ganz still, sang eine ganz andere Melodie. In diesen kleinen weit aufgerissenen, fast schwarzen Augen lag alles Wissen, nicht dieser, sondern der Welt, aus der sie gekommen waren. Es war mir, als sähe ich noch für einen Moment den Spiegel seines Antlitzes in ihren Augen schimmern. Sie kam direkt aus seinem Arm, hier in meinen Schoß, mir die Botschaft verkündend, dass alles woran ich glaubte, dass er, der die Liebe selbst ist, Wirklichkeit war!

Heute ist die Nudel acht Monate alt. Ihre strahlend blauen Augen erzählen oft von neuem Wissen, von Freude über neu erlerntes, über Zufriedenheit und Liebe. Jedoch erzählen sie auch so oft schon von Unverständnis, von Trauer, oder gar Schmerz. Sie ist zu einem Menschlein dieser Erde geworden – wie du und ich! Und mit jedem neuen Tag, den wir gemeinsam erleben dürfen, wird mir ein bisschen mehr bewusst, wie wenig es in meiner Macht steht, dass ihr Leben auf dieser Erde gelingt. Dass ihr Blick mehr Tage des Lichts als der der Dunkelheit erlebt. Dass die Tränen der Freude, mehr sein mögen, als die des Schmerzes und der Trauer.

Nein, es ist nicht in meiner Hand. Doch ich verspreche dir, mein Kind, bei allem was kommt, eines Tages werden deine Augen wieder voller Friede und vollkommener Freude erstrahlen, wie an diesem ersten Tag. Dann, wenn du ihm, aus dessen Arm du gekommen bist, wieder gegenübertrittst und seine Arme dich empfangen, noch offen, wie am Tage deines Abschiedes, nur auf dich wartend!

Buttermilch-Pancakes mit Heidelbeeren

Buttermilch-Pancakes mit Heidelbeeren

Eigentlich mag ich keine Pancakes. Für ein Frühstück sind mir die normalerweise zu fettig, zu klobig, zu schwer im Magen und überhaupt irgendwie einfach zu amerikanisch (das bitte jetzt nicht falsch verstehen 😉 ). So dachte ich sehr lange, bis ich dieses großartige Rezept entdeckte. Ich gebe zu, es hat mit den klassischen Pancakes, wie sie viele vermutlich kennen, nicht mehr ganz so viel zu tun, aber mir schmecken sie daher vermutlich, um so besser.
Durch die Beeren sind sie einfach super fruchtig und sehr leicht und kommen mit einem Löffelchen Honig gesüßt komplett ohne zusätzlichen Haushaltszucker aus, was für mich noch ein weiterer Bonus ist. Genau deshalb sind sie: Das perfekte Extra bei einem besonderen Frühstück und bei unseren Freunden und der Familie unglaublich beliebt.

Ich bin gespannt, ob sie euch genau so fabelhaft schmecken, wie uns!

Zutaten für zwei Portionen:

  • 125 g Heidelbeeren
  • 1 Ei
  • 100 g Mehl
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 150 ml Buttermilch
  • 1 Teelöffel Honig
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Entweder frische Heidelbeeren waschen oder welche aus der Tiefkühle auftauen lassen
  2. Eiweiß vom Eigelb trennen und mit Hilfe eines Handmixers mit der Prise Salz steifschlagen.
  3. Das Eigelb mit Mehl, Backpulver, Buttermilch und Honig glattrühren.
  4. Nun die Heidelbeeren und den Eischnee vorsichtig unter den Teig heben.
  5. In einer Pfanne etwas Fett erhitzen und mit einem Esslöffel kleine Teigkleckse hineingeben. Diese bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten für ca. 1–2 Minuten goldbraun backen.
  6. Fertig! 🙂

Viel Spaß beim backen, wünscht
Jael

Tipp:Fertige Pancakes könnt ihr ganz einfach im vorgeheizten Ofen bei 50 °C auf einem Teller warm halten, bis der komplette Teig ausgebacken ist.

Guten Appetit! 🙂

Liebst du Beeren auch so sehr wie ich? Dann ist vielleicht diese Himbeer-Pudding-Hefeschnecke genau das Richtige für dich. Das Rezept gibt es gleich Hier!

Unser Scheibenturm aus Holz – DIY

Unser Scheibenturm aus Holz – DIY

Mein Mann hat Urlaub. Zehn Tage Resturlaub, die vor ein paar Wochen ganz plötzlich wie aus dem Nichts auftauchten und uns nun ganz überraschend wunderbare Stunden zu dritt Zuhause bescheren. Zeit zum ausschlafen, Zeit zum ausgiebig frühstücken, Zeit für lange Gespräche, Zeit zum spielen, Zeit zum basteln, nähen und werkeln. Eben für all die schönen Sachen, die im normalen Alltag oft nicht so ausgedehnt Platz finden.

So kam es, dass wir bei einem Stadtbummel an unserem ersten Urlaubsnachmittag an einem ganz wundervollen Holzspielzeugladen vorbei kamen. Ein kleiner Raum voll gestellt mit den schönsten Schätzen bis unter die Decke hin. Ich hätte am liebsten sofort alles für Livi gekauft. Das Puppenhaus, die Murmelbahn, den Bauernhof und alle Tiere dazu. Einfach alles! Ganz außer Acht der Tatsache, dass unsere sieben Monate alte Tochter wohl mit keinem dieser wunderbaren Dinge im Moment etwas anfangen konnte.
Und doch, nach einigem Suchen hatte ich tatsächlich etwas entdeckt, das nicht nur meines, sondern auch ihr Herz jetzt schon beglücken könnte. Ein kleiner farbig gestreifter Scheibenturm – natürlich aus Holz!

Stolz präsentierte ich ihn meinem Mann, der von all den schönen Dingen des Ladens nicht weniger angetan war als ich, jedoch von einer ganz anderen Seite – der technischen Perspektive – aus, wie sich sogleich heraus stellte.
„Den brauchen wir nicht kaufen, den bau ich dir selbst!“ verkündete mir mein lieber Mann, als wäre es das selbstverständlichste der Welt.
Naja, warum eigentlich nicht? Meinem Erik traue ich fast alles zu… 😉
Gesagt, getan, schließlich hatten wir ja Urlaub und Zeit für genau solche Sachen, die dem Herzen einfach Freude machen.

Während Erik den eigentlichen Bau des Turms übernahm, konzentrierte ich mich mehr auf die ästhetische Gestaltung des Endprodukts, sowie die Dokumentierung des Projekts und natürlich die Kinderbetreuung nebenher, damit alles seinen reibungslosen Ablauf nehmen konnte. 😉

Erik wählte für Livis Scheibenturm ein 27 mm dickes Buchenholz zur Verarbeitung aus. Es handelte sich hierbei um Holzreste, der wundervollen Eckbank, die er vor ungefähr einem Jahr für unser Esszimmer geschreinert hatte. Ich denke, ich muss euch diese in einem anderen Beitrag einmal näher zeigen. Sie ist wirklich ein Prachtstück und das Ganze aus der Hand eines Tontechnikers. 😉 Jedoch zurück zu unserem jetzigen Projekt: Buche gehört zu den Harthölzern und ist daher sehr widerstandsfähig, was für unseren Scheibenturm nur von Nutzen sein konnte.

Mit einer gewöhnlichen Lochsäge mit verschiedenen Einsätzen konnte Erik also sechs verschieden große Scheiben herstellen, deren Durchmesser von der Kleinsten 46 mm bis zur Größten 81 mm reichten.
Diese wurden im Anschluss mit der Schleifmaschine versäubert und das Mittelloch, welches durch die Lochsäge schon vorhanden war auf 14 mm aufgebohrt.

Die fertige Grundplatte.

Für die Grundplatte des Turmes sägte er aus Multiplex (Birken-Sperrholz) ein Quadrat zu, in welches wiederum in der Mitte ein Loch für die Fädelstange mit einer Standbohrmaschine gebohrt wurde.
Erik wollte mir an dieser Stelle ausführlichst erklären, warum eine Standbohrmaschine hier besser als eine Handbohrmaschine ist, verstanden habe ich es jedoch nicht so richtig. Jedenfalls sorgt die Standbohrmaschine für ein sauberes Loch und damit eine saugende Verbindung. Für weitere Details stelle ich euch gerne den Kontakt zu meinem Mann her. 😉
Mit einer Oberfräse bekam die Grundplatte auch noch abgerundete Kanten.

Zum Schluss wurde ein Rundstab mit 12 mm Durchmesser auf die benötigte Länge gekürzt, die Oberseite rundlich abgeschliffen und mit der Grundplatte verleimt.

Soweit war der Scheibenturm also fertig und unsere Livi durfte auch sofort eine Runde probe spielen.

Eine erste Runde probe spielen vor dem Anstrich – der Turm kommt gut an!

Rein optisch hätte ich den Turm ja am liebsten in diesem Naturzustand gelassen. Ich persönlich mag es sehr gern schlicht. Da wir ihn jedoch nicht für mich, sondern für Livi gebaut haben, beschlossen wir dem Turm noch einen kindgerechten Anstrich zu verpassen.
Nach einer kurzen Recherche, welche Farbe sich dafür wohl am besten eignen könnte, entschieden wir uns für Acryl PU Lack, der explizit für Kinderspielzeug zertifiziert ist und somit auch bei eventuellen Hungerattacken unserer Tochter keine Gefahr darstellen sollte. 😉

Hier trocknen die Holzscheiben in der Abendsonne.

Hier ist er nun, nach 12 Stunden Trockenzeit: Unser fertiger Scheibenturm aus Holz. Ein ganz besonderes Spielzeug für uns alle, in dem viel Zeit und Liebe steckt. Und immer wenn ich ihn nun betrachte, muss ich an diese wundervollen Urlaubstage denken, die uns so überraschend geschenkt wurden und ich bin dankbar für so schöne, intensive, kreative Familienzeit!
Schafft euch Erinnerungen!

Habt ihr auch schon einmal ein Spielzeug für eure Kinder selbst gebaut? Wenn ja, was genau und aus welchen Materialien? Wir sind jetzt Feuer und Flamme und freuen uns auf weiter Inspirationen in den Kommentaren. Der nächste Urlaub kommt bestimmt! 🙂

Man kann Kuchen so oder so backen

Man kann Kuchen so oder so backen

Am Tag nachdem ich mit meinem Blog online gegangen war, sagte eine Person zu mir: „Jetzt musst du am besten gleich nachlegen, damit die Leute dran bleiben!“ Sie meinte es bestimmt nur lieb. Zwei Tage jedoch hatte ich einen unglaublichen Druck, der mich sehr belastete. Bei jeder Begegnung, jedem Gespräch lief in meinem Gehirn immer gleichzeitig wie ein Filter ab, auf der Suche aus einem meiner Erlebnisse eine geeignete Story für den Blog zu ziehen. Ich schlug Backbücher auf, mit dem Gedanken, welchen Kuchen ich als nächstes auf dem Blog zeigen könnte, ging in die Bücherei, auf der Suche nach Basteltipps – für den Blog!

Nach zwei Tagen war ich deprimiert. So hatte ich mir das Bloggen nicht vorgestellt. Das war ja Stress pur und einen neuen Beitrag hatte ich immer noch nicht geschrieben und irgendwie auf einmal auch gar keine Lust mehr dazu. Dabei hatte ich zu Beginn, als noch niemand, außer meine besten Freundinnen, mitlesen durften, so viel Spaß daran gehabt. Irgendetwas hatte sich verändert…

Da viel mir dieser wohl gut gemeinte Ratschlag wieder ein. „Du musst liefern“ und auf einmal wurde mir bewusst, was sich verändert hatte…

Ihr lieben Mitleser. In erster Linie schreibe ich für mich. Ihr dürft MITlesen, wenn ihr wollt. Mitlesen, mitdenken, mitfühlen, mitschwätzen… Alles sehr gerne!
Aber: Ich will nicht Kuchen backen und essen, weil ich ihn euch dann zeigen kann, sondern ihn euch zeigen, weil ich ihn gebacken und gegessen habe. Das ist für mich ein großer Unterschied, wenn ihr versteht.?

Ich freue mich, wenn ihr mich weiter beim Kuchen essen begleiten wollt. Aber denkt dran: Es ist mein Kuchen nicht eurer. Backt euch euren eigenen. ??

P.S. Ein Rezept für einen Apfelkuchen vom Blech findet ihr gleich Hier! Viel Spaß! 😉

Apfelkuchen vom Blech

Apfelkuchen vom Blech

Ich bin ein Gewohnheitstier. Hab ich einmal ein Rezept gefunden, das mir gefällt, dann backe ich es immer und immer wieder. Da ich allermeist für spezielle Anlässe backe, setze ich hier einfach gerne auf altbewährtes – da kann nicht so viel schief gehen.
…dachte ich mir so und ging einfach Mal mutig mit Livi eine Runde um den Block spazieren, während ein Exemplar meines Apfelkuchens im Backofen meiner Eltern verbrannte. Ich hatte die Komponente des altbewährten, bekannten Ofens in meinem Erfolgsrezept wohl vergessen.
Als wir zurück kamen, war die eine Hälfte des Kuchen bereits Kohle – ein paar Stück ließen sich jedoch glücklicherweise noch retten.
Es sei mir eine Lehre. 😉

Und jetzt viel Spaß bei meinem Kuchen zum Sonntag!

Du brauchst folgende Zutaten:

  • 2kg Äpfel
  • ca. 100ml Zitronensaft
  • 500g Mehl
  • 250g Zucker
  • 300g Butter
  • 3 Eier
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 500g Quark
  • 50g Zucker
  • 30g Grieß

Zubereitung:

  1. Schneide die Äpfel in Spalten und beträufle sie mit Zitronensaft.
  2. Für die Streusel gebe das Mehl in eine Rührschüssel und vermische es mit 200g Zucker. Dann die Butter schmelzen und darüber gießen. Das Ganze mit einem Knethaken oder der Hand bearbeiten und beiseite stellen.
  3. Die Eier trennen. Das Eiweiß und den Vanillezucker steif schlagen.
  4. In einer weiteren Schüssel das Eigelb, den Quark, 50g Zucker und den Grieß verrühren. Anschließend den Eischnee unterheben.
  5. Ein Backblech mit etwas Butter oder Öl fetten. Ca. die Hälfte der Streusel darauf verteilen und fest drücken. (Ich benutze dafür auch gerne einen Holz-Eckroller, also so ein kleines Wellholz).
  6. Auf dem Streuselboden eine erste Lage Äpfel aufreihen. Darüber die Quarkmasse mit einem Geizhals gleichmäßig verteilen und eine zweite Schicht Äpfel legen.
  7. Zum Schluss die restlichen Streusel darübergeben und den Kuchen bei 180-200 Grad für 40-45 min backen.
  8. Guten Appetit! 🙂

Übrigens: Am besten schmeckt der Kuchen, wenn er gut und saftig durchgezogen ist. Er lässt sich also super ein, zwei Tage im voraus backen.

Mit Sahne nochmal besonders fein!
Ich bin Perfektionist

Ich bin Perfektionist

Ich bin Perfektionist. Was manchmal schon echt zwanghafte Züge annehmen kann. Ich räume lieber das ganze Besteckfach der Spülmaschine noch einmal um, als eine Gabel neben ein Messer zu legen, weil der bemessene Platz neben den fein säuberlich aufgereihten Gabeln für diese eine nicht mehr gereicht hat.
Ich bin Perfektionist. Ich habe geschlagene zehn Minuten damit verbracht den vorangegangenen Satz über Messer und Gabeln zu formulieren, zu löschen, wieder neu zu formulieren, um ihn schließlich noch einmal so abzuändern, dass er endlich passt – oder vielleicht doch nicht? Mit diesem Satz habe ich das selbe getan und mit allen weiteren die ich hier noch schreiben werde, wird es wohl genauso sein. Und am Ende bin ich immer noch nicht zufrieden…

Gestern in unserer Krabbelgruppe hatte eine Mutter, nachdem wir alle Babys im Morgenkreis singend begrüßt, die üblichen Reime und Fingerspiele durch exerziert und dann alle Kinder – bis auf meines – auf der Krabbeldecke mit ausreichend Spielzeug versorgt abgestellt hatten, einen Impuls für uns Mütter mitgebracht. In Wirklichkeit, müsst ihr wissen, ist unsere Krabbelgruppe gar nicht Livis Gruppe, sondern meine. Da mein Kind, wenn es zwischen 10 und 11 Uhr am Vormittag nicht gerade schläft, so müde ist, dass es von meinem Schoß aus, nur mit letzter Kraft und gegen die zufallenden Augen ankämpfend, gerade so noch das Geschehen auf der voll Leben bewuselten Decke betrachten kann. Ich hingegen trinke Tee, esse Kekse – im besten Fall sogar Kuchen – und habe alle Zeit der Welt mich mit Gleichgesinnten über alle Themen des Mamadaseins auszutauschen, bei denen andere Menschen ohne Kinder, meist nach einigen Minuten schon die Augenrollen.

Im besagten Impuls, ein Auszug aus einem Buch dessen Titel und Autor mir leider entging, da er im Streit der zwei ältesten der Gruppe auf dem Teppich um die heißbegehrte Rasselgiraffe unter ging, berichtete eine Mutter darüber, wie unglücklich sie der tägliche Vergleich mit der perfekten „Super-Mom von nebenan“ mache. Nach seitenlanger Jammerei, bei der die Super-Mom von nebenan ganz schön einstecken musste, kam sie schließlich zu dem Schluss, dass sie, der Super-Mom zum Trotz, nicht so perfekt sein müsse. Sowieso, in den Augen ihres Kindes, sei sie auch ungeschminkt, mit ungewaschen Haaren, unaufgeräumter Küche und den sich häufenden Wäschebergen im Keller perfekt! Allein der Blick ihres Kindes, darauf käme es an.

Im anschließenden Gespräch stellte sich heraus, dass sich durch den Text die anwesenden Mütter unglaublich ermutigt fühlten und alle waren sich einig: Nein, so eine, wie diese Super-Mom, wollte man ganz sicher nicht sein. Alle waren sie mit diesem Ergebnis zufrieden. Alle, bis auf mich.

Den ganzen Text über hatte ich mich mehr und mehr Super-Mom solidarisch gefühlt. Irgendwie tat sie mir unglaublich leid. Was konnte sie denn dafür, dass andere sie sich als Maßstab setzten. Ob sie überhaupt wusste, dass andere sie für Super-Mom hielten? Bestimmt war diese Frau nur eine in sich selbst gefangene Perfektionistin, die gar nicht anders kann als dort, wo sie ihre Stärken sieht, gleichzeitig immer auch das Beste zu geben. Auf einmal sah ich sie vor mir: Super-Mom, weinend in ihrer wunderschön aufgeräumten Wohnung, irgendwann an ihrem eigenen Perfektionismus zerbrechend. Sah denn niemand, dass Super-Mom selbst am aller meisten unter sich selber litt?
Super-Mom kann in der Öffentlichkeit kein Tragetuch binden ohne den Gedanken daran, dass vielleicht gleich eine Trageberatung um die Ecke kommt, die ihr sagt, dass dieses Tuch, aber nicht perfekt gebunden ist. Super-Mom kann ihrem Kind kein gekauftes Gläschen füttern, denn sie leidet daran, dass sie diesen Brei nicht selbst gekocht hat. Super-Mom muss einfach perfekt sein, nicht nur in der Öffentlichkeit, auch in den eigenen vier Wänden. Und das nicht, für irgendjemand anderen, nein von einem inneren Zwang getrieben, alleine für sich selbst. Selbst nie zufrieden mit dem eigenen Ergebnis. Nie in der lange die selbstgesteckten Maßstäbe zu erreichen. Und darunter leidet sie. Still und heimlich, bis zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht einmal im Bilde darüber, in den Augen anderer womöglich die wahrhaftige Super-Mom zu sein. Vom Perfektionismus getrieben – unfrei!

Ich bin Perfektionist. Immer wieder hadere ich damit nicht perfekt zu sein. Besonders schwer fällt mir das in den Bereichen, in denen ich auch wirklich davon überzeugt bin gutes Leisten zu können. Auf meine Rechtschreibung und Zeichensetzung, zum Beispiel, gebe ich nicht viel. Ich habe erkannt und eingesehen, dass ich hier wirklich ernsthafte Defizite habe. Jedoch bin ich, zum Beispiel, davon überzeugt, dass ich eine gute Mutter bin und wo ich gut bin, will ich normalerweise auch perfekt werden. Gestern in meiner Krabbelgruppe jedoch habe ich Super-Mom kennen gelernt. Sie saß stillschweigend zwischen all den anderen Müttern, ihr perfektes Kind betrachtend, dass natürlich das hübscheste der Gruppe war, in denen von ihr selbst genähten Kleidern sowieso. Normalerweise ist sie ja diejenige, die sich am intensivsten an den Diskussionen beteiligt. Gestern jedoch saß sie einfach nur da und lauschte, machte sich ihre Gedanken und beschloss am Nachmittag beim Einräumen der Spülmaschine, die übrig gebliebene Gabel, aufgrund des zu knapp bemessenen Platzes, einfach mal neben den Messern einzuräumen.

Über diesen Blog

Über diesen Blog

Ich hatte es mir unheimlich schwer vorgestellt einen Blog zu starten. Vor allem vor dem technischen Aspekt dabei hatte ich zu Beginn einen riesigen Respekt. So viel Respekt, dass der Gedanke an einen eigenen Blog für Monate nur ein Traum blieb. Wäre mein Mann nicht, der nach meiner vielleicht fünfzigsten Feststellung, „Schau, darüber würde ich nun auf meinem Blog schreiben, wenn ich einen hätte…“ den Laptop auspackte und mir mit einer kleinen Einführung die Angst nahm, würde es diesen Blog wohl immer (noch) nicht geben.
Ich startete also Ende 2018 voller Tatendrang und scheiterte letztendlich fast an einem ganz anderen Problem, das ich so ganz und gar nicht erwartet hatte: Wie sollte mein Blog heißen?

Nichts in meiner – wohl gemerkt noch sehr kurzen aber intensiven – Blogger-Karriere, die sich bis dato zwar nur auf meiner lokalen Festplatte abspielte, war mir so schwer gefallen, wie die Entscheidung für einen passenden Namen für diesen Blog. Viele Stunden zerbrach ich mir den Kopf. Schließlich gab es einfach so viel zu beachten:

Er sollte…

…zu den Inhalten dieses Blogs passen und auch erkennbar machen, um was es sich hier so dreht und an wen sich das Ganze richten könnte.
…zu mir passen.
…nicht 0815 sein. Sondern individuell.
…gut einprägsam.
…für mich einfach perfekt sein!

Warum die kleine Amsel?

Es war an einem Mittwoch Abend als ich gerade dabei war unsere kleine Tochter ins Bett zu bringen. Ich lag neben ihr in den Kissen und sang, wie so oft, eines unserer Abendlieder, die bereits mich in meiner Kindheit begleitet hatten:

Eine kleine Amsel singt ihr Abendlied
Eine kleine Amsel singt und wird nicht müd‘.

Tschirb, tschirb, rüttütü rüttütütütüdel rüttütütütü.

Hell aus froher Kehle schwingt es sich hinaus
Hell aus froher Kehle schließt den Himmel auf.

Tschirb, tschirb, rüttütü rüttütütütüdel rüttütütütü.

Und auf einmal waren meine ganzen Kriterien für einen perfekten Blogtitel gar nicht mehr so wichtig. Es war einfach die Grundstimmung, die passte. Ein kleines Lied, das für mich voll mit Erinnerungen und Gefühlen ist, die ich in meinen Blog hineinlegen möchte:

Familie, Freude, Wärme, Geborgenheit, Dankbarkeit, Erwartung, Hoffnung, Liebe…

Alles Dinge, die einen so erfüllen, so glückselig machen, dass man sie in die Welt hinaus singen möchte, andere teilhaben lassen. Wie die kleine Amsel, die am Abend in die Welt hinaus singt. Für mich ein wunderschönes Bild.
Und so will auch ich hier aus „froher Kehle“ singen, von meiner Familie, meinen Freuden, aber auch Leiden, von eben all diesen kleinen und großen Dingen, die mein Leben prägen und so lebenswert machen.
Und wenn sich dadurch nur für einen einzigen der Himmel ein Stück „aufschließt“ , ja, dann war es das schon wert. 

An dieser Stelle, vielen lieben, herzlichen Dank an meine liebste Schwester Tabitha, für dieses unglaublich schöne Logo <3