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Kategorie: DIY

Ein Kleid für Mich – DIY

Ein Kleid für Mich – DIY

Ich nähe seit eineinhalb Jahren. Es war Liebe auf den ersten Blick. Meine Nähmaschine schenkte mir mein Mann zu meinem zweiundzwanzigsten Geburtstag nichts ahnend, dass diese nur ein paar Wochen später die ersten Strampler für unser, im folgenden Jahr schlüpfendes Sommerbaby fabrizieren würde.
Von den auf Weihnachtsmärkten inspirierten handmade Ständen, wie so oft nach dem Motto: „Das kann ich auch selber“, brachte ich mir das Nähen, nach einer Grundlageneinführung meiner großen Schwester, von Kleidungsstück zu Kleidungsstück, von Größe 50 aufwärts wachsend, Schritt für Schritt, selber bei.

Es brauchte lange – um genau zu sein bis vor einem Monat – bis ich mich traute, das erste Mal nicht nur Kindersachen für unsere Livi, sondern ein Kleidungsstück für mich selbst zu nähen. Es entstand ein senfgelber Pullover, der mir bis heute, wenn ich ihn anziehe ein wohlig, warmes Gefühl im Bauch macht, obwohl er lange nicht perfekt ist. Und doch: Der erste Schritt in eine neue Ära des Nähens war gemacht.

So kam es, dass am Dienstag dieser Woche als mein Mann gegen halb sechs am Abend von der Arbeit nach Hause kommend, das Haus betrat, seine Tochter überreicht bekam mit den Worten: „Hier, halt Mal kurz, ich näh mir jetzt ein Kleid!“

Bereits am Wochenende zuvor hatte ich über eine Nähgruppe in einem sozialen Netzwerk nach Inspirationen für einen Schnitt gesucht und dort doch tatsächlich, den passenden Tipp für mein perfektes Schnittmuster bekommen. Es sollte ja schließlich nicht irgendein Kleid werden, sondern eines, das zu mir und vor allem meiner Figur passte.

Die „Mira“ von pattydoo erfüllte in jeder Hinsicht alle meine Kriterien. Durch die Wiener Nähte hatte sie ein figurbetontes Oberkleid, das von der Taille abwärts in einen schönen, weiteren Rock, mit ein paar schlichten Falten floss. Für die dreiviertel Ärmel entschied ich mich aus weiteren drei Ärmelvarianten.
Und da lag es nun ausgedruckt, in über 50 einzelnen DinA4 Seiten zerlegt, bereit geklebt, zugeschnitten und genäht zu werden.

Mein Mann, wenig überrascht, empfing seine Tochter mit offenen Armen und beschloss, meiner näheifernden Tunnelfokussierung zur Freude, sich um das Abendessen zu kümmern, worauf mir nur kurze Zeit später, unter Papierbergen des Schnittmusters vergraben, ein Döner angereichert wurde – hast du gut gekocht, Erik. 😉

Schnittmuster zuschneiden ist eine Plage und kostet mich beim ganzen Prozess des Nähens, vom Anfang bis zur Fertigstellung eines Kleidungsstücks, wohl mehr als die Hälfte der gesamten Zeit. Auch das Zuschneiden des Stoffes gehört für mich wohl eher zu den zweckmäßigen, als wirklich erfreulichen Tätigkeiten, in diesem. Und doch hatte dieser Stoff, den ich hier für mein neues Kleid zerschnitt eine etwas andere Geschichte als sonst.

Normalerweise kaufe ich meine Stoffe auf dem Stoffmarkt, im örtlichen Stoffladen oder bei meinem Onlineshop des Vertrauens. Dieser Wollstoff hatte jedoch erst auf Umwegen bis zu mir gefunden. Über zwei Hände und Nähfantasien hinweg, vermutlich bereits mehrfach als Projekt geplant und dann wieder verworfen, geduldig wartend auf seine eigentliche Bestimmung, mein Kleid. Tendenziell denke ich, dass ich ihn in einem Laden weder von seiner Optik, noch von seiner Beschaffenheit her, mitgenommen hätte und doch ist er ausgerechnet bei mir gelandet.
Sein handgeschriebenes Preisschild, das seinen Wert noch in D-Mark kund tut, lässt nur Bruchstücke seiner Geschichte erahnen. Nach der Wohnungsauflösung seiner Besitzerin und deren Umzug in ein Altersheim, landete er im Keller, der Nachbarin meiner Schwiegereltern, die uns nach einem Pläuschchen am Gartenzaun in ihrem Keller zwischen aufgereihten Kisten, befüllt mit  hunderten Metern anderer Stoffe, zusammen führte. Wir ahnten beide nicht, dass uns gemeinsam schon bald dieses wundervolle Projekt bevor stand.

Und knappe vier Stunden, ein Döner, zwei Tassen Tee und zum Glück nur einmaligem Baby wieder in den Schlaf schaukeln später, gegen 22 Uhr, war es dann so weit: Ich durfte mein fertiges Kleid in den Händen halten.

Wie sehr war ich überrascht von dem Ergebnis und bin ich heute noch. Dass mir die zufällige Stoffauswahl – es war nun Mal kein anderer da – so gefallen und dazu auch noch haargenau passen würde, das hatte ich so nicht erwarte. Daher freue ich mich nun um so mehr und bin gewiss einen neuen Lieblingsschnitt gefunden zu haben, der bestimmt noch Raum für weitere Frühlings- und Sommerkleider bietet.

Ein lieber Dank geht an meine lieben Schwestern, die mir bei einem kleinen Spaziergangs-Shooting diese schönen Bilder gemacht haben. 🙂

Unser Scheibenturm aus Holz – DIY

Unser Scheibenturm aus Holz – DIY

Mein Mann hat Urlaub. Zehn Tage Resturlaub, die vor ein paar Wochen ganz plötzlich wie aus dem Nichts auftauchten und uns nun ganz überraschend wunderbare Stunden zu dritt Zuhause bescheren. Zeit zum ausschlafen, Zeit zum ausgiebig frühstücken, Zeit für lange Gespräche, Zeit zum spielen, Zeit zum basteln, nähen und werkeln. Eben für all die schönen Sachen, die im normalen Alltag oft nicht so ausgedehnt Platz finden.

So kam es, dass wir bei einem Stadtbummel an unserem ersten Urlaubsnachmittag an einem ganz wundervollen Holzspielzeugladen vorbei kamen. Ein kleiner Raum voll gestellt mit den schönsten Schätzen bis unter die Decke hin. Ich hätte am liebsten sofort alles für Livi gekauft. Das Puppenhaus, die Murmelbahn, den Bauernhof und alle Tiere dazu. Einfach alles! Ganz außer Acht der Tatsache, dass unsere sieben Monate alte Tochter wohl mit keinem dieser wunderbaren Dinge im Moment etwas anfangen konnte.
Und doch, nach einigem Suchen hatte ich tatsächlich etwas entdeckt, das nicht nur meines, sondern auch ihr Herz jetzt schon beglücken könnte. Ein kleiner farbig gestreifter Scheibenturm – natürlich aus Holz!

Stolz präsentierte ich ihn meinem Mann, der von all den schönen Dingen des Ladens nicht weniger angetan war als ich, jedoch von einer ganz anderen Seite – der technischen Perspektive – aus, wie sich sogleich heraus stellte.
„Den brauchen wir nicht kaufen, den bau ich dir selbst!“ verkündete mir mein lieber Mann, als wäre es das selbstverständlichste der Welt.
Naja, warum eigentlich nicht? Meinem Erik traue ich fast alles zu… 😉
Gesagt, getan, schließlich hatten wir ja Urlaub und Zeit für genau solche Sachen, die dem Herzen einfach Freude machen.

Während Erik den eigentlichen Bau des Turms übernahm, konzentrierte ich mich mehr auf die ästhetische Gestaltung des Endprodukts, sowie die Dokumentierung des Projekts und natürlich die Kinderbetreuung nebenher, damit alles seinen reibungslosen Ablauf nehmen konnte. 😉

Erik wählte für Livis Scheibenturm ein 27 mm dickes Buchenholz zur Verarbeitung aus. Es handelte sich hierbei um Holzreste, der wundervollen Eckbank, die er vor ungefähr einem Jahr für unser Esszimmer geschreinert hatte. Ich denke, ich muss euch diese in einem anderen Beitrag einmal näher zeigen. Sie ist wirklich ein Prachtstück und das Ganze aus der Hand eines Tontechnikers. 😉 Jedoch zurück zu unserem jetzigen Projekt: Buche gehört zu den Harthölzern und ist daher sehr widerstandsfähig, was für unseren Scheibenturm nur von Nutzen sein konnte.

Mit einer gewöhnlichen Lochsäge mit verschiedenen Einsätzen konnte Erik also sechs verschieden große Scheiben herstellen, deren Durchmesser von der Kleinsten 46 mm bis zur Größten 81 mm reichten.
Diese wurden im Anschluss mit der Schleifmaschine versäubert und das Mittelloch, welches durch die Lochsäge schon vorhanden war auf 14 mm aufgebohrt.

Die fertige Grundplatte.

Für die Grundplatte des Turmes sägte er aus Multiplex (Birken-Sperrholz) ein Quadrat zu, in welches wiederum in der Mitte ein Loch für die Fädelstange mit einer Standbohrmaschine gebohrt wurde.
Erik wollte mir an dieser Stelle ausführlichst erklären, warum eine Standbohrmaschine hier besser als eine Handbohrmaschine ist, verstanden habe ich es jedoch nicht so richtig. Jedenfalls sorgt die Standbohrmaschine für ein sauberes Loch und damit eine saugende Verbindung. Für weitere Details stelle ich euch gerne den Kontakt zu meinem Mann her. 😉
Mit einer Oberfräse bekam die Grundplatte auch noch abgerundete Kanten.

Zum Schluss wurde ein Rundstab mit 12 mm Durchmesser auf die benötigte Länge gekürzt, die Oberseite rundlich abgeschliffen und mit der Grundplatte verleimt.

Soweit war der Scheibenturm also fertig und unsere Livi durfte auch sofort eine Runde probe spielen.

Eine erste Runde probe spielen vor dem Anstrich – der Turm kommt gut an!

Rein optisch hätte ich den Turm ja am liebsten in diesem Naturzustand gelassen. Ich persönlich mag es sehr gern schlicht. Da wir ihn jedoch nicht für mich, sondern für Livi gebaut haben, beschlossen wir dem Turm noch einen kindgerechten Anstrich zu verpassen.
Nach einer kurzen Recherche, welche Farbe sich dafür wohl am besten eignen könnte, entschieden wir uns für Acryl PU Lack, der explizit für Kinderspielzeug zertifiziert ist und somit auch bei eventuellen Hungerattacken unserer Tochter keine Gefahr darstellen sollte. 😉

Hier trocknen die Holzscheiben in der Abendsonne.

Hier ist er nun, nach 12 Stunden Trockenzeit: Unser fertiger Scheibenturm aus Holz. Ein ganz besonderes Spielzeug für uns alle, in dem viel Zeit und Liebe steckt. Und immer wenn ich ihn nun betrachte, muss ich an diese wundervollen Urlaubstage denken, die uns so überraschend geschenkt wurden und ich bin dankbar für so schöne, intensive, kreative Familienzeit!
Schafft euch Erinnerungen!

Habt ihr auch schon einmal ein Spielzeug für eure Kinder selbst gebaut? Wenn ja, was genau und aus welchen Materialien? Wir sind jetzt Feuer und Flamme und freuen uns auf weiter Inspirationen in den Kommentaren. Der nächste Urlaub kommt bestimmt! 🙂

Leuchtende Eiskristalle – DIY

Leuchtende Eiskristalle – DIY

Februar – und wir stecken noch mitten drin: Die ach so schöne kalte, dunkle, kahle Winterzeit. 😉 Nein, wirklich, dieses Jahr fällt es mir irgendwie unglaublich schwer dieser Jahreszeit etwas Positives abzugewinnen. Schwups ist Weihnachten vorbei und von mir aus könnte es am liebsten damit auch der Winter sein. Dabei war ich meine ganze Kindheit über ganz klar „Team-Winter“. Ich weiß nicht wann genau sich das geändert hat, aber in diesen Tagen sehne ich mich so sehr nach Wärme und Licht, dass es mir einfach nicht schnell genug gehen kann, bis der Frühling endlich kommt.

Geht’s dir auch so? Dann habe ich das perfekte DIY für dich! Zum Einen bringt es uns ungeduldigen jetzt schon ein wenig Licht und Wärme und zum Anderen lässt es uns diese kalte Jahreszeit vielleicht doch wieder ein bisschen wertschätzen lernen. Denn ohne den Winter, die Kälte und Dunkelheit, würden wir diese so zauberhaft glitzernden Eiskristalle einfach verpassen.

Das brauchst du:

  • eine Gugelhupf-Form (aus Silikon, geht aber auch mit jeder anderen)
  • Wasser
  • Außentemperatur von unter 0 Grad oder eine Gefriertruhe
  • ein Teelicht

Und los geht’s:

  1. Fülle die Gugelhupf-Form bis zum Rand mit Wasser auf.
  2. Wenn es kalt genug ist, kannst du sie so nun einfach nach draußen stellen. Alternativ funktioniert das Gefrieren natürlich auch in einer Gefriertruhe.
  3. Jetzt heißt es geduldig sein. Je nach Temperatur braucht es entweder nur eine Nacht, oder eben länger, bis das Wasser in der Form komplett durch gefroren ist. (Die Gefriertruhe ist hierbei, wenn ihr kein Risiko eingehen wollt, auf jeden Fall die zuverlässigere Variante)
  4. Wenn ihr, wie ich eine Silikon Form verwendet, dann lässt sich euer Eiskristall nun super easy aus der Form lösen. Bei herkömmlichen Backformen müsst ihr den Kristall wieder etwas antauen lassen, damit er sich aus der Form nehmen lässt.
  5. Teelicht rein, zurücktreten und sich freuen! 😉

Auch bei Tageslicht im Schnee schön anzusehen.

Übrigens: Wem das Ganze so noch zu schlicht ist, der kann im Wasser auch noch Blumen, bunte Steine oder Scherben mit einfrieren. Der Effekt ist auch wunderschön!

Ein Licht in der Dunkelheit.