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Kategorie: Sonstiges

Unser Scheibenturm aus Holz – DIY

Unser Scheibenturm aus Holz – DIY

Mein Mann hat Urlaub. Zehn Tage Resturlaub, die vor ein paar Wochen ganz plötzlich wie aus dem Nichts auftauchten und uns nun ganz überraschend wunderbare Stunden zu dritt Zuhause bescheren. Zeit zum ausschlafen, Zeit zum ausgiebig frühstücken, Zeit für lange Gespräche, Zeit zum spielen, Zeit zum basteln, nähen und werkeln. Eben für all die schönen Sachen, die im normalen Alltag oft nicht so ausgedehnt Platz finden.

So kam es, dass wir bei einem Stadtbummel an unserem ersten Urlaubsnachmittag an einem ganz wundervollen Holzspielzeugladen vorbei kamen. Ein kleiner Raum voll gestellt mit den schönsten Schätzen bis unter die Decke hin. Ich hätte am liebsten sofort alles für Livi gekauft. Das Puppenhaus, die Murmelbahn, den Bauernhof und alle Tiere dazu. Einfach alles! Ganz außer Acht der Tatsache, dass unsere sieben Monate alte Tochter wohl mit keinem dieser wunderbaren Dinge im Moment etwas anfangen konnte.
Und doch, nach einigem Suchen hatte ich tatsächlich etwas entdeckt, das nicht nur meines, sondern auch ihr Herz jetzt schon beglücken könnte. Ein kleiner farbig gestreifter Scheibenturm – natürlich aus Holz!

Stolz präsentierte ich ihn meinem Mann, der von all den schönen Dingen des Ladens nicht weniger angetan war als ich, jedoch von einer ganz anderen Seite – der technischen Perspektive – aus, wie sich sogleich heraus stellte.
„Den brauchen wir nicht kaufen, den bau ich dir selbst!“ verkündete mir mein lieber Mann, als wäre es das selbstverständlichste der Welt.
Naja, warum eigentlich nicht? Meinem Erik traue ich fast alles zu… 😉
Gesagt, getan, schließlich hatten wir ja Urlaub und Zeit für genau solche Sachen, die dem Herzen einfach Freude machen.

Während Erik den eigentlichen Bau des Turms übernahm, konzentrierte ich mich mehr auf die ästhetische Gestaltung des Endprodukts, sowie die Dokumentierung des Projekts und natürlich die Kinderbetreuung nebenher, damit alles seinen reibungslosen Ablauf nehmen konnte. 😉

Erik wählte für Livis Scheibenturm ein 27 mm dickes Buchenholz zur Verarbeitung aus. Es handelte sich hierbei um Holzreste, der wundervollen Eckbank, die er vor ungefähr einem Jahr für unser Esszimmer geschreinert hatte. Ich denke, ich muss euch diese in einem anderen Beitrag einmal näher zeigen. Sie ist wirklich ein Prachtstück und das Ganze aus der Hand eines Tontechnikers. 😉 Jedoch zurück zu unserem jetzigen Projekt: Buche gehört zu den Harthölzern und ist daher sehr widerstandsfähig, was für unseren Scheibenturm nur von Nutzen sein konnte.

Mit einer gewöhnlichen Lochsäge mit verschiedenen Einsätzen konnte Erik also sechs verschieden große Scheiben herstellen, deren Durchmesser von der Kleinsten 46 mm bis zur Größten 81 mm reichten.
Diese wurden im Anschluss mit der Schleifmaschine versäubert und das Mittelloch, welches durch die Lochsäge schon vorhanden war auf 14 mm aufgebohrt.

Die fertige Grundplatte.

Für die Grundplatte des Turmes sägte er aus Multiplex (Birken-Sperrholz) ein Quadrat zu, in welches wiederum in der Mitte ein Loch für die Fädelstange mit einer Standbohrmaschine gebohrt wurde.
Erik wollte mir an dieser Stelle ausführlichst erklären, warum eine Standbohrmaschine hier besser als eine Handbohrmaschine ist, verstanden habe ich es jedoch nicht so richtig. Jedenfalls sorgt die Standbohrmaschine für ein sauberes Loch und damit eine saugende Verbindung. Für weitere Details stelle ich euch gerne den Kontakt zu meinem Mann her. 😉
Mit einer Oberfräse bekam die Grundplatte auch noch abgerundete Kanten.

Zum Schluss wurde ein Rundstab mit 12 mm Durchmesser auf die benötigte Länge gekürzt, die Oberseite rundlich abgeschliffen und mit der Grundplatte verleimt.

Soweit war der Scheibenturm also fertig und unsere Livi durfte auch sofort eine Runde probe spielen.

Eine erste Runde probe spielen vor dem Anstrich – der Turm kommt gut an!

Rein optisch hätte ich den Turm ja am liebsten in diesem Naturzustand gelassen. Ich persönlich mag es sehr gern schlicht. Da wir ihn jedoch nicht für mich, sondern für Livi gebaut haben, beschlossen wir dem Turm noch einen kindgerechten Anstrich zu verpassen.
Nach einer kurzen Recherche, welche Farbe sich dafür wohl am besten eignen könnte, entschieden wir uns für Acryl PU Lack, der explizit für Kinderspielzeug zertifiziert ist und somit auch bei eventuellen Hungerattacken unserer Tochter keine Gefahr darstellen sollte. 😉

Hier trocknen die Holzscheiben in der Abendsonne.

Hier ist er nun, nach 12 Stunden Trockenzeit: Unser fertiger Scheibenturm aus Holz. Ein ganz besonderes Spielzeug für uns alle, in dem viel Zeit und Liebe steckt. Und immer wenn ich ihn nun betrachte, muss ich an diese wundervollen Urlaubstage denken, die uns so überraschend geschenkt wurden und ich bin dankbar für so schöne, intensive, kreative Familienzeit!
Schafft euch Erinnerungen!

Habt ihr auch schon einmal ein Spielzeug für eure Kinder selbst gebaut? Wenn ja, was genau und aus welchen Materialien? Wir sind jetzt Feuer und Flamme und freuen uns auf weiter Inspirationen in den Kommentaren. Der nächste Urlaub kommt bestimmt! 🙂

Man kann Kuchen so oder so backen

Man kann Kuchen so oder so backen

Am Tag nachdem ich mit meinem Blog online gegangen war, sagte eine Person zu mir: „Jetzt musst du am besten gleich nachlegen, damit die Leute dran bleiben!“ Sie meinte es bestimmt nur lieb. Zwei Tage jedoch hatte ich einen unglaublichen Druck, der mich sehr belastete. Bei jeder Begegnung, jedem Gespräch lief in meinem Gehirn immer gleichzeitig wie ein Filter ab, auf der Suche aus einem meiner Erlebnisse eine geeignete Story für den Blog zu ziehen. Ich schlug Backbücher auf, mit dem Gedanken, welchen Kuchen ich als nächstes auf dem Blog zeigen könnte, ging in die Bücherei, auf der Suche nach Basteltipps – für den Blog!

Nach zwei Tagen war ich deprimiert. So hatte ich mir das Bloggen nicht vorgestellt. Das war ja Stress pur und einen neuen Beitrag hatte ich immer noch nicht geschrieben und irgendwie auf einmal auch gar keine Lust mehr dazu. Dabei hatte ich zu Beginn, als noch niemand, außer meine besten Freundinnen, mitlesen durften, so viel Spaß daran gehabt. Irgendetwas hatte sich verändert…

Da viel mir dieser wohl gut gemeinte Ratschlag wieder ein. „Du musst liefern“ und auf einmal wurde mir bewusst, was sich verändert hatte…

Ihr lieben Mitleser. In erster Linie schreibe ich für mich. Ihr dürft MITlesen, wenn ihr wollt. Mitlesen, mitdenken, mitfühlen, mitschwätzen… Alles sehr gerne!
Aber: Ich will nicht Kuchen backen und essen, weil ich ihn euch dann zeigen kann, sondern ihn euch zeigen, weil ich ihn gebacken und gegessen habe. Das ist für mich ein großer Unterschied, wenn ihr versteht.?

Ich freue mich, wenn ihr mich weiter beim Kuchen essen begleiten wollt. Aber denkt dran: Es ist mein Kuchen nicht eurer. Backt euch euren eigenen. ??

P.S. Ein Rezept für einen Apfelkuchen vom Blech findet ihr gleich Hier! Viel Spaß! 😉

Ich bin Perfektionist

Ich bin Perfektionist

Ich bin Perfektionist. Was manchmal schon echt zwanghafte Züge annehmen kann. Ich räume lieber das ganze Besteckfach der Spülmaschine noch einmal um, als eine Gabel neben ein Messer zu legen, weil der bemessene Platz neben den fein säuberlich aufgereihten Gabeln für diese eine nicht mehr gereicht hat.
Ich bin Perfektionist. Ich habe geschlagene zehn Minuten damit verbracht den vorangegangenen Satz über Messer und Gabeln zu formulieren, zu löschen, wieder neu zu formulieren, um ihn schließlich noch einmal so abzuändern, dass er endlich passt – oder vielleicht doch nicht? Mit diesem Satz habe ich das selbe getan und mit allen weiteren die ich hier noch schreiben werde, wird es wohl genauso sein. Und am Ende bin ich immer noch nicht zufrieden…

Gestern in unserer Krabbelgruppe hatte eine Mutter, nachdem wir alle Babys im Morgenkreis singend begrüßt, die üblichen Reime und Fingerspiele durch exerziert und dann alle Kinder – bis auf meines – auf der Krabbeldecke mit ausreichend Spielzeug versorgt abgestellt hatten, einen Impuls für uns Mütter mitgebracht. In Wirklichkeit, müsst ihr wissen, ist unsere Krabbelgruppe gar nicht Livis Gruppe, sondern meine. Da mein Kind, wenn es zwischen 10 und 11 Uhr am Vormittag nicht gerade schläft, so müde ist, dass es von meinem Schoß aus, nur mit letzter Kraft und gegen die zufallenden Augen ankämpfend, gerade so noch das Geschehen auf der voll Leben bewuselten Decke betrachten kann. Ich hingegen trinke Tee, esse Kekse – im besten Fall sogar Kuchen – und habe alle Zeit der Welt mich mit Gleichgesinnten über alle Themen des Mamadaseins auszutauschen, bei denen andere Menschen ohne Kinder, meist nach einigen Minuten schon die Augenrollen.

Im besagten Impuls, ein Auszug aus einem Buch dessen Titel und Autor mir leider entging, da er im Streit der zwei ältesten der Gruppe auf dem Teppich um die heißbegehrte Rasselgiraffe unter ging, berichtete eine Mutter darüber, wie unglücklich sie der tägliche Vergleich mit der perfekten „Super-Mom von nebenan“ mache. Nach seitenlanger Jammerei, bei der die Super-Mom von nebenan ganz schön einstecken musste, kam sie schließlich zu dem Schluss, dass sie, der Super-Mom zum Trotz, nicht so perfekt sein müsse. Sowieso, in den Augen ihres Kindes, sei sie auch ungeschminkt, mit ungewaschen Haaren, unaufgeräumter Küche und den sich häufenden Wäschebergen im Keller perfekt! Allein der Blick ihres Kindes, darauf käme es an.

Im anschließenden Gespräch stellte sich heraus, dass sich durch den Text die anwesenden Mütter unglaublich ermutigt fühlten und alle waren sich einig: Nein, so eine, wie diese Super-Mom, wollte man ganz sicher nicht sein. Alle waren sie mit diesem Ergebnis zufrieden. Alle, bis auf mich.

Den ganzen Text über hatte ich mich mehr und mehr Super-Mom solidarisch gefühlt. Irgendwie tat sie mir unglaublich leid. Was konnte sie denn dafür, dass andere sie sich als Maßstab setzten. Ob sie überhaupt wusste, dass andere sie für Super-Mom hielten? Bestimmt war diese Frau nur eine in sich selbst gefangene Perfektionistin, die gar nicht anders kann als dort, wo sie ihre Stärken sieht, gleichzeitig immer auch das Beste zu geben. Auf einmal sah ich sie vor mir: Super-Mom, weinend in ihrer wunderschön aufgeräumten Wohnung, irgendwann an ihrem eigenen Perfektionismus zerbrechend. Sah denn niemand, dass Super-Mom selbst am aller meisten unter sich selber litt?
Super-Mom kann in der Öffentlichkeit kein Tragetuch binden ohne den Gedanken daran, dass vielleicht gleich eine Trageberatung um die Ecke kommt, die ihr sagt, dass dieses Tuch, aber nicht perfekt gebunden ist. Super-Mom kann ihrem Kind kein gekauftes Gläschen füttern, denn sie leidet daran, dass sie diesen Brei nicht selbst gekocht hat. Super-Mom muss einfach perfekt sein, nicht nur in der Öffentlichkeit, auch in den eigenen vier Wänden. Und das nicht, für irgendjemand anderen, nein von einem inneren Zwang getrieben, alleine für sich selbst. Selbst nie zufrieden mit dem eigenen Ergebnis. Nie in der lange die selbstgesteckten Maßstäbe zu erreichen. Und darunter leidet sie. Still und heimlich, bis zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht einmal im Bilde darüber, in den Augen anderer womöglich die wahrhaftige Super-Mom zu sein. Vom Perfektionismus getrieben – unfrei!

Ich bin Perfektionist. Immer wieder hadere ich damit nicht perfekt zu sein. Besonders schwer fällt mir das in den Bereichen, in denen ich auch wirklich davon überzeugt bin gutes Leisten zu können. Auf meine Rechtschreibung und Zeichensetzung, zum Beispiel, gebe ich nicht viel. Ich habe erkannt und eingesehen, dass ich hier wirklich ernsthafte Defizite habe. Jedoch bin ich, zum Beispiel, davon überzeugt, dass ich eine gute Mutter bin und wo ich gut bin, will ich normalerweise auch perfekt werden. Gestern in meiner Krabbelgruppe jedoch habe ich Super-Mom kennen gelernt. Sie saß stillschweigend zwischen all den anderen Müttern, ihr perfektes Kind betrachtend, dass natürlich das hübscheste der Gruppe war, in denen von ihr selbst genähten Kleidern sowieso. Normalerweise ist sie ja diejenige, die sich am intensivsten an den Diskussionen beteiligt. Gestern jedoch saß sie einfach nur da und lauschte, machte sich ihre Gedanken und beschloss am Nachmittag beim Einräumen der Spülmaschine, die übrig gebliebene Gabel, aufgrund des zu knapp bemessenen Platzes, einfach mal neben den Messern einzuräumen.

Über diesen Blog

Über diesen Blog

Ich hatte es mir unheimlich schwer vorgestellt einen Blog zu starten. Vor allem vor dem technischen Aspekt dabei hatte ich zu Beginn einen riesigen Respekt. So viel Respekt, dass der Gedanke an einen eigenen Blog für Monate nur ein Traum blieb. Wäre mein Mann nicht, der nach meiner vielleicht fünfzigsten Feststellung, „Schau, darüber würde ich nun auf meinem Blog schreiben, wenn ich einen hätte…“ den Laptop auspackte und mir mit einer kleinen Einführung die Angst nahm, würde es diesen Blog wohl immer (noch) nicht geben.
Ich startete also Ende 2018 voller Tatendrang und scheiterte letztendlich fast an einem ganz anderen Problem, das ich so ganz und gar nicht erwartet hatte: Wie sollte mein Blog heißen?

Nichts in meiner – wohl gemerkt noch sehr kurzen aber intensiven – Blogger-Karriere, die sich bis dato zwar nur auf meiner lokalen Festplatte abspielte, war mir so schwer gefallen, wie die Entscheidung für einen passenden Namen für diesen Blog. Viele Stunden zerbrach ich mir den Kopf. Schließlich gab es einfach so viel zu beachten:

Er sollte…

…zu den Inhalten dieses Blogs passen und auch erkennbar machen, um was es sich hier so dreht und an wen sich das Ganze richten könnte.
…zu mir passen.
…nicht 0815 sein. Sondern individuell.
…gut einprägsam.
…für mich einfach perfekt sein!

Warum die kleine Amsel?

Es war an einem Mittwoch Abend als ich gerade dabei war unsere kleine Tochter ins Bett zu bringen. Ich lag neben ihr in den Kissen und sang, wie so oft, eines unserer Abendlieder, die bereits mich in meiner Kindheit begleitet hatten:

Eine kleine Amsel singt ihr Abendlied
Eine kleine Amsel singt und wird nicht müd‘.

Tschirb, tschirb, rüttütü rüttütütütüdel rüttütütütü.

Hell aus froher Kehle schwingt es sich hinaus
Hell aus froher Kehle schließt den Himmel auf.

Tschirb, tschirb, rüttütü rüttütütütüdel rüttütütütü.

Und auf einmal waren meine ganzen Kriterien für einen perfekten Blogtitel gar nicht mehr so wichtig. Es war einfach die Grundstimmung, die passte. Ein kleines Lied, das für mich voll mit Erinnerungen und Gefühlen ist, die ich in meinen Blog hineinlegen möchte:

Familie, Freude, Wärme, Geborgenheit, Dankbarkeit, Erwartung, Hoffnung, Liebe…

Alles Dinge, die einen so erfüllen, so glückselig machen, dass man sie in die Welt hinaus singen möchte, andere teilhaben lassen. Wie die kleine Amsel, die am Abend in die Welt hinaus singt. Für mich ein wunderschönes Bild.
Und so will auch ich hier aus „froher Kehle“ singen, von meiner Familie, meinen Freuden, aber auch Leiden, von eben all diesen kleinen und großen Dingen, die mein Leben prägen und so lebenswert machen.
Und wenn sich dadurch nur für einen einzigen der Himmel ein Stück „aufschließt“ , ja, dann war es das schon wert. 

An dieser Stelle, vielen lieben, herzlichen Dank an meine liebste Schwester Tabitha, für dieses unglaublich schöne Logo <3